Sozialer Status und Unfallriskio

unfallHat unser sozialer Statuts Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden?
Laut einer Literaturanlayse der BASt - Ja!

Das Institut für empirische Soziologie (Universität Erlangen-Nürnberg) untersuchte die Möglichkeiten einer erweiterten Ansprache von schwer erreichbaren Zielgruppen.
Dies vor dem Hintergrund, dass sozial schwächer Gestellte einem höheren Unfallrisiko im Straßenverkehr unterliegen und in der Vergangenheit nur schwer ansprechbar für Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit waren.


Die Wahrscheinlichkeit im Straßenverkehr zu verunfallen, scheint in einem engen Zusammenhang mit der sozialen Lage der Betroffenen zu stehen. Es wird vermutet, dass Personen mit einem niedrigen Bildungsstand, geringer Berufsausbildung und entsprechender Berufstätigkeit ein höheres Risiko haben, bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet zu werden, als Menschen, deren soziale Situation günstiger einzuschätzen ist. Auch ungünstige Wohnverhältnisse und Mirgrationshintergründe spielen eine Rolle.
Aufgabe des Institutes war es, in einer Literaturrecherche Belege für die angenommenen Zusammenhänge zu finden. Zu dem sollte heraus gefunden werden, welche Personengruppen bei Unfällen besonders gefährdet und nur schwer erreichbar für Verkehrssicherheitsmaßnahmen waren. Ansätze für Handlungsaktivitäten zukünftiger Verkehrssicherheitsarbeit sollten sich ergeben.

Zur Bewältigung der Aufgabe wurden 180 Fundstellen gesichtet.

Ergebnisse:
Die Auswirkungen des sozioökonomischen Hintergrunds einer Person auf das Verletzungsrisiko durch Verkehrsunfälle ist mittels vorausgegangener Studien belegbar. Die dafür zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch weitgehend unerforscht, daher wird auf weiteren Forschungsbedarf hingewiesen.
Vorgeschlagen wird u.a. die gezielte Einbindung von Bildungs- Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie eine Vernetzung von Verkehrssicherheit, Gesundheitswesen und Akteuren vor Ort.
Als positiver Ansatz wird die Ansprache der Zielgruppe "Junge Fahrer" (18-25 Jahre) in Schulen genannt, diese könnte weiter optimiert werden.

Ein weiterer Vorschlag ist die Ansprache von schwer erreichbaren Eltern im Rahmen der schulischen Verkehrserziehung. Sozial Benachteiligte und schwer Erreichbare sollen darüber hinaus verstärkt über das Medium Internet mit Inhalten der Verkehrssicherheitsarbeit vertraut gemacht werden.

Quelle: BASt-Forschung kompakt 09/2013