Ältere Menschen im Straßenverkehr

Sichere Knotenpunkte für schwächere Verkehrsteilnehmer

Ergebnisse der Unfallforschung

Als Folge der demographischen Entwicklung wird eine Veränderung der Struktur des Unfallgeschehens im Straßenverkehr erwartet.

Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wird 2030 bereits mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland 65 Jahre oder älter sein. Daher gab die Unfallforschung der Versicherer (UDV) eine Studie zur „Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Verkehrsteilnehmer" in Auftrag.

Die Studie bezog die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 2.760 Personen und  Auswertungen der amtlichen Verkehrsunfallstatistik der Jahre 2001 bis 2006 ein.

Als besonders wirksam erwiesen sich demnach:

    • infrastrukturelle Maßnahmen zur Sicherung beim Abbiegen und bei Kreuzungsvorgängen
    • "selbsterklärende" Straßengestaltung auf Landstraßen
    • Maßnahmen zur Einhaltung und Anpassung der Fahrgeschwindigkeiten an die Anforderungen von Fahrradfahrern und Fußgängern innerorts
    • Maßnahmen im Bereich der Fahrerassistenz

 

Aufgrund dieser Forschungsergebnisse hat die UDV ein neues Projekt "Sichere Knotenpunkte für schwächere Verkehrsteilnehmer" initiiert.

Verkehrstechnische Maßnahmen von der Planung bis zum Betrieb von Knotenpunkten sollen untersucht werden. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei die körperlichen und kognitiven Eigenschaften von Senioren finden. Die Ergebnisse dieses Projektes sollen helfen, spezifische Anforderungen der schwächeren Verkehrsteilnehmer zu formulieren und die Forderungen in entsprechende Regelwerke zu integrieren.

Seit 1996 stieg die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Senioren im Vergleich zum gesamten Unfallgeschehen überproportional an. Im Jahr 2008 wurden rund 1.070 ältere Menschen bei Straßenverkehrsunfällen getötet, über 43.000 teilweise schwer verletzt.

Knapp ein Viertel aller Getöteten, mehr als die Hälfte der getöteten Fußgänger sowie die Hälfte der getöteten Radfahrer waren ältere Verkehrsteilnehmer.


Quelle: UDV, April 2010