Vorsicht! Kinder beherrschen das ABC des Verkehrs noch nicht

Von Frank Schuppner, Gemeinde Illingen

Am Montag, den 28. August 2006  werden unsere Kinder wieder in die Schule gehen. Die Kreisverkehrswacht Neunkirchen e.V. überreichte uns dieser Tage leuchtend gelbe, neue Transparente
mit der Aufschrift: „Tempo runter, bitte! Kinder“, die die Mitarbeiter des Bauhofs Illingen an den wichtigsten Illinger Ortseinfahrtstraßen als Aufforderung an uns Autofahrer postiert haben.  Einen herzlichen Dank an dieser Stelle der Kreisverkehrswacht Neunkirchen e.V. für die seit Jahren bewährte Unterstützung und Zusammenarbeit in Verkehrssicherheits- und -erziehungsfragen!

Wir wissen, besonders Schulneulinge und jüngere Grundschüler sind noch sehr unerfahren im Straßenverkehr. Ein Kind meint zum Beispiel, ein Auto könne auf der Stelle stehen bleiben, wenn es die Fahrbahn betritt. Besonders gefährdet sind Kinder auch, weil sie oft hinter parkenden Autos schlecht oder gar nicht vom Autofahrer zu erkennen sind. Die Polizei weist daraufhin, dass Autofahrer nicht nur mit Kindern auf dem Schulweg rechnen müssen. Die meisten Verkehrsunfälle mit Kindern als Fußgänger oder Radfahrer ereignen sich nachmittags in ihrem unmittelbaren Wohnbereich beim Spielen auf der Straße.

10 Tipps für Eltern und Autofahrer zum Schulanfang
:
  • Vermeiden Sie Zeitdruck und Hetze auf dem täglichen Schulweg und schicken Sie Ihr Kind ausgeschlafen und nach einem ausreichenden, gesunden Frühstück auf den Weg.
  • Trainieren Sie den Schulweg zu Fuß mit Ihrem Kind und weisen Sie es auf besondere Gefahrenstellen wie Kreuzungen hin. Üben Sie das richtige Verhalten an Zebrastreifen (Arm heben wie eine Schranke) und Ampeln (warten bis die Fahrzeuge stehen).
  • Je trüber das Wetter, umso heller sollte die Kleidung des Kindes sein. Achten Sie vor allem bei Dunkelheit darauf, dass Jacken und Ranzen über reflektierende Teile verfügen.
  • Lassen Sie Ihr Kind während der Grundschulzeit den Schulweg möglichst noch nicht per Fahrrad bewältigen. Vor der Radfahrausbildung an der Schule und der Jugendverkehrsschule und intensivem Üben ist es dafür noch zu früh, die Kinder sind noch überfordert und daher stark unfallgefährdet.
  • Bringen Sie Ihr Kind nach Möglichkeit nicht ausschließlich mit dem Auto zur Schule, damit es selbst lernen kann, den Schulweg zu Fuß selbstständig und sicher zu bewältigen.
  • Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr bzw. die kleiner als 150 cm sind, müssen, wenn sie im Auto befördert werden, mit geeigneten Kinder-Rückhalte-Systemen (Kindersitze) gesichert werden. Hier reicht der normale Sicherheitsgurt nicht aus. Spezielle Rückhaltesysteme verhindern bei Notbremsungen oder Unfällen das Verletzungsrisiko um ein Vielfaches.
  • Halten und parken Sie an Schulen vorschriftsmäßig, d.h. nicht auf Gehwegen, Schulbushaltestellen, Zebrastreifen oder Rettungswegen. Bedenken Sie: Auch Kinder anderer Eltern haben Anspruch auf Sicherheit.
  • Für Kinder sind Eltern die entscheidenden Leitfiguren. Partnerschaftliches und rücksichtsvolles Verhalten der Eltern im Straßenverkehr sind deshalb das beste Vorbild für Kinder und tragen wesentlich zu deren eigenem sicheren Verhalten im Verkehr bei.
  • Achten Sie als Autofahrer nicht nur zu den typischen Schulwegzeiten stets auf Kinder im Verkehr und rechnen Sie immer mit ihrem oft spontanen, unvorhersehbaren Verhalten. Kinder sind auf Ihre Rücksichtnahme angewiesen. Angemessene Geschwindigkeit und defensive Fahrweise mit ständiger Bremsbereitschaft schützen das Leben unserer Kinder.
  • Nutzen Sie als Eltern und Verkehrsteilnehmer die vielfältigen Informationsangebote zur Verkehrssicherheitsberatung bei Schulen, der Kreisverkehrswacht Neunkirchen e.V. oder der Polizei. Gute Information aus sachkundigen Quellen ist eine wichtige Vorbedingung für einen sicheren Schulweg.

Apropos: Die Polizei und viele Schulleiter beklagen die zum Teil chaotischen Verhältnisse an Schulen, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Denn sie verursachen dadurch selbst gefährliche Verkehrssituationen im Schulumfeld: Gehwege, Rettungszufahrten und Einmündungsbereiche werden zugeparkt, der Schulbus wird behindert. Pädagogisch betrachtet wird diesen Kindern durch den täglichen Transport mit dem Auto zur Schule die Chance verbaut, selbstständig sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu lernen und ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben.

Nähere Informationen zum Thema "Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr" erhalten Sie auch beim Verkehrssicherheitsbeauftragten der Landespolizeidirektion Saarland unter der Telefonnummer 0681 / 962 – 2090 oder ihrer örtlichen Polizeidienststelle: 06825 / 9240.