Du bist mein Vorbild

Eine gemeinsame Verkehrssicherheitskampagne von Unfallkasse Saarland und  Landesverkehrswacht Saar zum Schutz der Kinder im Straßenverkehr

 

du_bist_mein_vorbild


















Eine Mutter steht mit ihrem Kind an der Fußgängerampel. Sie erklärt ihm mit viel Geduld und Liebe sinngemäß: Bei „GRÜN“ darfst du gehen, bei „ROT“ musst du stehen. Währenddessen überquert irgendwer bei „ROT“ die Fahrbahn. Das kennen wir alle. Wie soll aber ein Kind das verstehen? Die Regeln der Erwachsenen werden von Erwachsenen einfach außer Kraft gesetzt!

Kinder lernen sehr schnell, und sie lernen von uns Erwachsenen im Positiven wie im Negativen. Kinder haben für vieles Vorbilder, z.B. bei Essgewohnheiten, Spielzeug, Kleidung und Musik. Und wie steht es mit der Verkehrssicherheit? Brauchen Kinder nicht auch im Straßenverkehr zu ihrer Sicherheit gute Vorbilder?

Wir meinen ja. Wir, die Unfallkasse Saarland und die Landesverkehrswacht Saar, wollen während des gesamten Jahres mit gezielten Aktionen zum Schutz der Kinder im Straßenverkehr beitragen. Die Kampagne, die von ihren Inhalten so noch nicht im Saarland praktiziert worden ist, steht unter dem Motto „Du bist mein Vorbild!“. Wir wollen nicht nur die Kinder, sondern hauptsächlich die Erwachsenen ansprechen.

Nach dem Jahresbericht „Kinderunfälle im Straßenverkehr“ für 2005 des Statistischen Bundesamtes verunglücken überdurchschnittlich häufig Kinder als Fußgänger und Radfahrer. 27% aller verunglückten Fußgänger und 17% aller verunglückten Fahrer und Mitfahrer von Fahrrädern hatten das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet. 37% der im vergangenen Jahr im Straßenverkehr verunglückten Mädchen und Jungen im Alter unter 15 Jahren waren mit dem Fahrrad unterwegs. Nahezu jedes dritte verunglückte Kind saß als Mitfahrer in einem Personenkraftwagen und etwa jedes vierte verunglückte als Fußgänger.

 


Unfallkasse Saarland und Landesverkehrswacht haben folgende Aktionen geplant:


  • Insassensicherung – Kinder als Mitfahrer im Auto

Eine Ursache für die starke Gefährdung von Kindern im Verkehr ist die mangelnde „Gurtdisziplin“ der Eltern. Viele Kinder sind im PKW gar nicht bzw. in nicht geeigneten Kinderrückhaltesystemen gesichert. Auch die falsche Handhabung der Sicherungssysteme wird bei Polizeikontrollen immer wieder festgestellt. Gerade bei alltäglichen Kurzstrecken wird auf die vermeintlich lästige Sicherung verzichtet. Doch das kann fatale Folgen haben, denn häufig finden – meist leichtere – Unfälle direkt im Wohnumfeld statt.


Die richtige Sicherung kann im Falle eines Unfalls für alle Insassen lebensnotwendig sein. Sie ist für Kinder, die kleiner und leichter als Erwachsene sind und spezielle Sicherungssysteme benötigen, besonders ernst zu nehmen.


 

Auf der Auftaktveranstaltung zu der Kampagne am 13. Januar 2007 im Saarpark-Center in Neunkirchen klärten die Beratungsteams über die Folgen des Nichtsicherns auf. Sie zeigten wie man Kinder im Fahrzeug richtig sichert und welche Sicherungsmöglichkeiten es gibt. Auch beantworteten die Experten Fragen zu Versicherungsschutz und Leistungen. Ferner wurde mit einem Gurtschlitten den Besuchern vor Augen geführt, was eine richtige Sicherung leisten kann.

 

 


  • Bei „ROT“ stehen bleiben!

Mit unserer Schilderaktion an Fußgängerlichtzeichenanlagen wollen wir augenscheinlich das Vorbildverhalten einfordern. Wir werden uns nicht damit begnügen, die Schilder anzubringen. Wir werden die Aktion während des Jahres begleiten und überprüfen, ob sich das Verhalten ändert.


  • Sicheres Fahrrad und sicher Rad fahren
     

Zuerst werden die Kids auf dem Fahrrad mitgenommen, im Kindersitz oder im Hänger. Doch bald wollen sie selber fahren. Kinder lieben das Rad. Wegen der noch nicht voll entwickelten Fähigkeiten der Kinder hat der Gesetzgeber festgelegt, dass Kinder bis zum achten Geburtstag mit Fahrrädern Gehwege benutzen müssen. Bis zum zehnten Geburtstag dürfen sie dann noch auf Gehwegen fahren. Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen sie vor dem Bordstein anhalten, absteigen und ihr Rad über die Fahrbahn schieben. Diese Stellen sind die unfallträchtigsten – nicht nur für Kinder, auch für die Erwachsenen! Bei Unfällen mit dem Fahrrad kommt es häufig zu schweren Kopfverletzungen. Fahrradhelme können schützen, indem sie die Aufprallkräfte abmildern. Doch viel zu wenig Kinder tragen einen Fahrradhelm. Nur 37 % der Kinder bis zehn Jahre setzen den Helm auf. Wenn sie älter werden, lassen fast alle Kinder den Helm links liegen, ganze 8 % schützen sich mit einem Helm.Im Straßenbild ist festzustellen, dass die Vorbildfunktion der Erwachsenen beim Radfahren sehr zu wünschen übrig lässt. Eltern, die ihre Kinder mit dem Rad begleiten, fahren oft ohne Helm. Wundert es dann, dass die Kinder, wenn sie alleine unterwegs sind, ihren Vorbildern nacheifern und ohne Helm fahren? Nein, die Eltern sind doch ihre Vorbilder und wie diese wollen sie sich verhalten.