Schulweg

Lotsen im Straßenverkehr

Die Idee der Schülerlotsen stammt ursprünglich aus den USA. In Deutschland wurde der Schülerlotsendienst 1953 bundesweit eingeführt und hat sich seitdem als zuverlässiges und erfolgreiches Element der Verkehrssicherheitsarbeit bewährt.


Schülerlotsen überwachen ehrenamtlich den Verkehr an besonders gefährlichen Stellen in der Umgebung von Schulen und helfen den Schulkindern, diese zu überqueren. Heute wird diese Aufgabe überwiegend von Erwachsenen übernommen. Sie werden dann auch als "Schulweghelfer" bzw. als "Erwachsenenlotsen" bezeichnet. 

Im Schuljahr 2004/2005 (aktuellste Erhebung)  waren bei der Landespolizeidirektion  
 -          211 Schülerlotsen und
 
-          455 erwachsene Verkehrshelfer  gemeldet.
Bundesweit sind ca. 50 000 Schülerlotsen tätig.  

Erwartungen an die Lotsen
 
Der Lotse hat folgendes zu beachten:
- er darf nicht regelnd in den Verkehr eingreifen,
- er muss zum Überqueren der Fahrbahn ausreichend Zeitlücken abwarten,
- er gibt die Absicht, dass Schüler die Fahrbahn überqueren wollen, durch die Winkerkelle rechtzeitig und 
  unmissverständlich bekannt
- er führt danach die Schüler möglichst in Gruppen über die Fahrbahn. 
Der Lotse muss über Kenntnisse
-  der Straßenverkehrsordnung,
-  des Anhaltewegs und des Bremsweges,
-  der Einschätzung von Geschwindigkeiten und
-  der Sicherung des Überweges verfügen.

Regelkenntnisse und fundiertes Anwenderwissen sind wichtige Voraussetzungen. Er soll jedoch kein Fachmann für Verkehrsrecht sein. 
Wesentlich für die Schülerlotsentätigkeit ist die Vorbildfunktion für die jungen Verkehrsteilnehmer, die sich nicht auf die „Dienstzeit“ beschränken sollte.  

Unfälle im Bereich von Schulen

Bis heute gab es an den von Schülerlotsen gesicherten Übergängen keinen Unfall mit tödlichem Ausgang.
Über Unfälle im Bereich von Schulen im Saarland gibt es kein Lagebild.
Bei Geschwindigkeitskontrollen im Rahmen der Aktion „Sicherer Schulweg“ zu Beginn des Schuljahres 2005 / 2006 wurden 2200 Fahrzeuge gemessen, 248 waren zu schnell (=11,3 Prozent). „Spitzenreiter“ war ein Autofahrer mit 88 km/h an einer Bushaltestelle.   

Der alljährlich stattfindende Bundeswettbewerb der Schülerlotsen, der von der Deutschen Verkehrswacht mit Unterstützung des Verbandes der Automobilindustrie durchgeführt wird, dient vor allem dazu, einem kleinen repräsentativen Teil der 50.000 bundesweit tätigen Schülerlotsen für ihre tägliche, ehrenamtliche Arbeit zu danken.

Die Einrichtung neuer Schülerlotsen-Dienste kann von der Schulpflegschaft, der Schulleitung, der Schülermitverantwortung, der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei oder der örtlichen Verkehrswacht vorgeschlagen werden. Die Ausbildung sowie die Ausrüstung der Schülerlotsen ist kostenlos.
 Der Schülerlotsendienst wird von der Deutschen Verkehrswacht betreut. Er wird finanziell vom Verband der Automobilindustrie (VDA) unterstützt