Reifendruck-Kontroll-Systeme für PKW jetzt Pflicht

Reifendruck-Kontroll-Systeme (RDKS) sind für Fahrzeuge die ab 01.11.2014 zugelassen wurden oder werden jetzt Pflicht. Betroffen sind die Fahrzeugklassen M1 oder M1G (zu finden in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 in Zeile J). Hierzu zählen alle PKW und Geländewagen. Außerdem müssen Fahrzeuge, deren Typengenehmigung nach dem 31.10.2012 erteilt wurde, nachgerüstet werden.

Hintergründe der RDKS-Pflicht sind erhöhte Verkehrssicherheit und geringerer Kraftstoffverbrauch. Durch zu geringen Reifendruck wird das Fahrsicherheitsrisiko insbesondere bei schlechten Fahrbahnverhältnissen und Kurvenfahrten enorm erhöht. Außerdem steigt der Kraftstoffverbrauch durch erhöhten Rollwiderstand. Bei längeren Fahrten mit hohen Geschwindigkeiten kann es durch schleichenden Druckverlust zu schweren Unfällen kommen. Weiterhin sind die Vollbremsstrecken bei niedrigem Reifendruck erhöht.

Es wird zwei unterschiedliche RDKS geben:


Direkt messende RDKS
Das Messgerät wird an jedem einzelnen Rad (i. d. R. an der Felge oder an dem Ventil) montiert. Es wird der tatsächliche Luftdruck im Reifen gemessen. Die Messgeräte sind Batteriebetrieben (Lebensdauer zw. 7 und 10 Jahren). Sie übermitteln sehr präzise Telemetriedaten über den Reifendruck an den Fahrer. Da diese Messgeräte an jedem einzelnen Rad verbaut werden müssen, ist die Anschaffung teuer. Für einen neuen Satz Reifen (z. B. Winterreifen) muss mit Mehrkosten zwischen 250 und 300 Euro gerechnet werden. Diese Art der Messung wird in ca. 2/3 der Fahrzeuge verbaut sein.


Indirekt messende RDKS

Hier wird mit bereits im Fahrzeug verbauter Technik (ABS/ESP) zusammengearbeitet. Es werden Veränderungen des Reifens oder des Abrollverhaltens registriert. In der Regel entstehen bei diesem System keine Mehrkosten, allerdings ist es auch viel ungenauer als das direkt messende RDKS.