Einfädeln nicht im Reißverschlussverfahren - Wildwest-Sitten an Autobahnauffahrten

Wer oft auf Autobahnen unterwegs ist oder in den Urlaub fährt, kennt diese Situationen: 
Ein Fahrzeug erscheint rechts neben dem eigenen Fahrzeug auf der Beschleunigungsspur, blinkt kurz und fährt ohne weitere Rücksichtnahme auf die Autobahn auf. Man ist genötigt, die eigene Geschwindigkeit zu verringern oder aber gar abzubremsen, um einen Unfall zu vermeiden. Noch gefährlicher wird es, wenn der so genötigte Benutzer der rechten Autobahnspur auf die linke Spur zieht, um dem Auffahrenden Platz zu machen. Bei diesen waghalsigen Manövern ist es schon oft zu folgenschweren Unfällen gekommen.
Ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Köln, OLG Köln, Urt.v.24.10.2005 - 16 U 24/05, veröffentlich in der NZV 2006, Seite 420, stellt klar, dass beim Einfädeln von der Beschleunigungsspur auf die Fahrspur der Autobahn nicht das Reißverschhlussverfahren gilt. Für die Beutzer der Beschleunigungsspur gilt in jedem Fall die Wartepflicht.
In juristischem Sinne handelt es sich bei dem Beschleunigungsstreifen um eine selbständige Fahrbahn, auf der auch rechts überholt werden darf, wenn es dem zügigen Einfädeln dient.

Mit diesem Urteil wird nochmals unterstrichen, dass der Benutzer der Autobahn gegenüber dem Benutzer der Beschleunigungsspur Vorfahrt hat.