Bilanz der Verkehrsunfälle 2008

Weniger Verkehrstote und Verletzte
 
 

Im Jahr 2008 starben mit insgesamt 4.477 Verkehrstoten so wenige Menschen wie noch nie seit 1950 auf Deutschlands Straßen!

Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten um 472 Personen oder 9,5 % ab. Im Jahr 1970 kamen noch 21.332 Menschen oder rund fünfmal soviel bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Auch die Zahl der schwer (- 6,4 %) und der leichter Verletzten (- 4,9 %) nahm gegenüber dem Vorjahr ab. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 2,29 Mio. Verkehrsunfälle (- 1,8 %). Bei den meisten Unfällen gab es ausschließlich Sachschaden (86 %), bei jedem siebten Unfall kamen Menschen zu Schaden. Im Jahr 2008 ereigneten sich 69 % aller Unfälle mit Personenschaden innerhalb geschlossener Ortschaften, 25 % auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften und 5,7 % auf Autobahnen. Im Vergleich zu 2007 gab es auf Autobahnen mit 18 % den stärksten Rückgang bei den Getöteten.

Häufige Ursachen bei Unfällen mit Personenschaden waren Fahrer-Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren (16 %), Missachtung der Vorfahrt (15 %) und nicht angepasste Geschwindigkeit (14 %). Zu schnelles Fahren war damit zum ersten Mal nicht mehr Unfallursache Nr. 1. Allerdings ist die Personengefährdung bei zu schnellem Tempo besonders hoch: Letztes Jahr verloren 1.703 Personen oder zwei von fünf Getöteten aus diesem Grund ihr Leben.


Nach den Zahlen der Statistiker ist die Gruppe der Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren nach wie vor die gefährdetste Verkehrsteilnehmergruppe. Ihr Sterberisiko auf der Straße ist zweimal höher als jenes für Jugendliche und Senioren, die gemessen an der Einwohnerzahl eigentlich das zweithöchste Risiko im Straßenverkehr haben müssten. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Situation für jüngere Verkehrsteilnehmer weiter verbessert. Im Jahr 2008 wurden 6,4 % weniger Kinder verletzt und 8,1 % weniger getötet - die Zahl der Todesopfer (102) und der bei Unfällen verletzten Kinder (31.648) ist aber aus Sicht des ARCD immer noch viel zu hoch. Wie oft es auf Deutschlands Straßen zu Verkehrsunfällen mit Folgen kommt, zeigt drastisch die folgende Zusammenstellung:

 


 
Unfallgeschehen auf deutschen Straßen im Jahr 2008

Alle
14 Sekunden   ein polizeilich erfasster Straßenverkehrsunfall
77 Sekunden   ein verletzter Verkehrteilnehmer
 2  Minuten      ein verunglückter Pkw-Insasse
 6  Minuten      ein verunglückter 18- bis 24-Jähriger
 7  Minuten      ein schwer verletzter Verkehrsteilnehmer
11 Minuten      ein Alkoholunfall
17 Minuten      ein verunglücktes Kind unter 15 Jahren
 2 Stunden      ein getöteter Pkw-Insasse
10 Stunden     ein getöteter 18- bis 24-Jähriger
13 Stunden     ein getöteter Motorradfahrer oder -mitfahrer
13 Stunden     ein getöteter Fußgänger
17 Stunden     ein Getöteter bei einem Unfall wegen Alkohol
19 Stunden     ein getöteter Fahrradfahrer


Quelle: Statistisches Bundesamt, Juli 2009