Rückgang der Verkehrstoten innerhalb der EU

Die Verkehrssicherheit hat sich in Europa verbessert

Im Jahr 2008 haben 39000 Menschen auf den Straßen der EU ihr Leben verloren. 2007 gab es 42.600 Verkehrstote, dies ist ein erfreulicher Rückgang von 8,3 Prozent. Umgerechnet ergibt dies 79 Verkehrstote pro eine Million Einwohner.

Den stärksten Rückgang der Verkehrstoten in den Jahren 2001 - 2008 können die Länder Luxemburg ( - 49 Prozent), Frankreich ( - 48 Prozent) und Portugal ( - 47 Prozent) vorweisen.
In Deutschland kann ein Rückgang der Verkehrstoten im o.g. Zeitraum von 36 Prozent verzeichnet werden.
Als sicherste EU-Länder gelten derzeit laut der Unfalltod-Statistik des ETSC: Malta, Schweden, Großbritannien und die Niederlande. Es folgen Norwegen und Deutschland. Polen, Rumänien und Litauen hingegen verzeichnen 130 Verkehrstote pro eine Million Einwohner.

Der EU-weite Rückgang der Verkehrstoten im Jahr 2008 wird von dem Europäischen Verkehrssicherheitsrat auf die Langzeitwirkung erfolgreicher Kampagnen und verstärkter Polizeikontrollen zurück geführt. Aber auch der Rückgang des Verkehrsaufkommens und die zeitweilig hohen Spritpreise, sowie die nachfolgende Wirtschaftskrise sollen ursächlich sein.

Dennoch konnte das für 2010 gesteckte Ziel nicht erreicht werden. Vor 10 Jahren hat die EU sich zum Ziel gesetzt,  2010 eine Senkung der Verkehrstoten auf 27.000 zu erzielen. Laut der ETSC-Projektleiterin Graziella Jost ist es jedoch unrealistisch, auf einen jährlichen Rückgang von 17 Prozent zu hoffen der nötig wäre, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Erfreulich hingegen ist die erste Analyse des EU-Kommisars Antonio Tajani. Demnach zeichne sich auch für das Jahr 2009 ein gleichermaßen erfreulicher Trend ab. Er rechne mit einem weiteren Rückgang der Verkehrstoten um 9 Prozent. Die Fortschritte seien signifikant: Frankreich und Portugal haben seit dem Jahr 2001 knapp 50 Prozent weniger Verkehrstote!

Weiter gibt Tajani bekannt, dass die EU-Kommission für das nächste Verkehrssicherheitsprogramm 2010-2020 einen integrativen Ansatz wählen wird.
Insbesondere für exponierte Gruppen wie junge Fahrer, Fußgänger über 65 Jahren und Motoradfahrer soll es gezielte Arbeitsprogramme zum Schutz dieser Gruppen geben. Verkehrssicherheit in der EU soll Bestandteil aller Politikbereiche werden. Hierbei werde der Verkehrserziehung und der Aus- und Fortbildung von Fahrern ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt.

Anzahl der Verkehrstoten in den Jahren 2007 und 2008 im Saarland, Deutschland und in der EU im grafischen Vergleich:

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Quellen:
Europäischer Verkehrssicherheitsrat ETSC 2009
TISPOL (European Traffic Police Network)
Polizeiliche Verkehrsunfallstatisik 2008